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Die Konstellation befällt die Elemente des Kinos, seziert und rekombiniert diese während der Aufführung mit Fragmenten dekonstruierter Identitäten. Sie berichten von flüchtigen Formulierungen jenseitiger Epochen entsprungener Figuren in gestriger und morgiger, nicht aber heutiger Kluft. Als faux-semblant scheinen Sie den Apparat zu beleuchten, während er verdeckt und zum Schweigen gebracht werden soll.
Im Verhältnis zueinander bilden sie den filmischen Korpus, der aus jedem mechanischen, fleischlichen und immateriellen Element der schwer fassbaren Bildsprache besteht. Das kollektive Instrument ist eine sich ständig weiterentwickelnde Klangkreatur, eine kinematografische Chimäre im individuellen Repertoire der Imagination des Betrachters. Sie wird vor einer Leinwand auf einen Laufsteg gezogen, von dem sie nicht wussten, das es einer war.

Ton:  Patrizia Ruthensteiner,  Tobias Leibetseder,  Stefan Voglsinger
Bilder:  Guillermo Tellechea,  Michael Sarcault

Wow Signal Festival Metro Kino 2018, Fotos: Stephan Brueckler